Brot ohne Getreide Low Carb Eiweißbrot

Brot in Scheiben geschnitten zum Einfrieren

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Prolog

Wir sitzen in einer vergnüglichen Runde. Alle sind 50+ und nach allerlei Smalltalk kommt das Gespräch auf die Gesundheit. Das scheint wohl normal zu sein, wenn man aus dem Alter der Familienplanung heraus ist. Ein Freund berichtet über Schmerzen in den Gelenken und häufig auftretende Rückenschmerzen ohne erkennbaren Grund. Unsere Freundin merkt an, dass die Gelenke ihrer Finger manchmal steif sind und weh tun. Reihum ein Nicken als Bestätigung. Wir gehören dazu. Es fallen Begriffe wie Glutenunverträglichkeit und Arthrose. Das Ganze macht uns nachdenklich und wir beginnen zu recherchieren. Schnell wird uns klar, dass unser Getreidekonsum, allem voran das Brot, der Verursacher dieser nervigen Zipperleins unserer Gelenke ist. Das war vor einigen Jahren.

Brot im Selbsttest

In der Vergangenheit haben wir es immer wieder ausgetestet. Aßen wir normales Brot, fingen die Gelenke “über Nacht” an zu meckern. Ließen wir das Brot weg, dauerte es einige Tage bis es wieder besser wurde. Selbst heute noch erfahren wir diesen Zusammenhang zwischen Getreide und Gelenkschmerzen, wenn wir auswärts oder bei Einladungen doch mal normales Brot, Baguette oder Brötchen essen.

Getreidefreie Alternative gefunden

Also was tun? Eine Alternative zu Brot aus Getreide musste her. Wir backen schon seit Jahren unser Brot selbst und so haben wir angefangen zu tüfteln. Erst nahmen wir unsere Lieblingsbrotrezepte und wandelten sie so ab, dass wir das Getreide durch verschiedene Mehle von Saaten und Pseudogetreiden ersetzten. Das war immer ein Fiasko. Entweder schmeckte es uns nicht oder die Konsistenz war fürchterlich: zu matschig, zu bröselig, zu fest oder zu trocken.

Viele der Zutaten harmonierten auch geschmacklich nicht miteinander. Erst als wir im Internet immer wieder auf LCHF (Low Carb High Fat) stießen und wir mit Eiern und Quark in den Rezepten experimentierten, kamen wir weiter. Und irgendwann machte es “Peng” und wir hatten unser neues Brot erschaffen. Ein Brot, das keine “Nebenwirkungen” hat, das uns wunderbar schmeckt und sich für jede Art von Aufstrich und Topping eignet. Außerdem ist es proteinreich und bietet so einen perferkten Start in den Tag. Am Abend gegessen belastet es nicht den Körper mit Kohlehydraten. Mittlerweile zieht dieses Rezept seine Runden und begeistert Freunde und Bekannte.

Dieses Brot tanzt aus der Reihe

Alle Zutaten für unser Brot sind aus biologischem Anbau. Für uns ist das zwar selbstverständlich, für das Gelingen des Brotes aber sicherlich nicht notwendig. Dass wir für dieses Brot Eier und Quark verwenden, damit können wir leben. Ein Leben ohne Brot dagegen ist nur schwer vorstellbar. Auch wenn wir in den letzten Jahren den Brotkonsum sehr eingeschränkt haben. Aber so ganz ohne? Wir haben es oft probiert, aber so richtig glücklich waren wir damit nie 😉

Jetzt wollen wir Dich aber nicht länger auf die Folter spannen…

Rezept für unser getreidefreies Brot

Tipp: Wir backen immer gleich 2 Brote, schneiden sie nach dem Abkühlen mit der Brotmaschine in Scheiben und frieren sie alle zusammen in einem Gefrierbeutel ein. Bei Bedarf nehmen wir die entsprechende Anzahl Scheiben aus dem Frost und backen sie im gefrorenen Zustand im Toaster auf.

Zutaten für 2 Brote = 1700 g / ca. 60 Scheiben á 9 mm Dicke

Für 1 Brot die Mengen einfach halbieren 🙂

  • 12 Eier (Gr. M) oder 10 Eier (Gr. L)
  • 600 g Quark (wir bevorzugen 40%igen)
  • 70 g Weinstein-Backpulver (4 Päckchen)
  • 200 g Leinsamen, gemahlen
  • 150 g Leinsamen, im Mixer* geschrotet
  • 180 g Kürbiskerne
  • 100 g Sonnenblumenkerne
  • 120 g Sesam
  • 60 g Flohsamenschalen
  • 1 TL Himalayasalz

Zubereitung

2 Kastenformen von 30 cm Länge (Innenmaß 27 cm) mit Backpapier auslegen, evtl. die Kopfenden einfetten, falls das Backpapier dort nicht hin reicht. Nimmst Du kleinere oder größere Backformen, verändert sich die Größe der Brotscheiben. Unsere Scheiben haben in etwa ein Maß von 9 x 7 cm.

In einer Schüssel Leinsamenmehl und -schrot, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam, Flohsamenschalen und Salz gut vermischen.

Die trockenen Zutaten werden gut vermischt

Den Backofen auf 130° (Umluft) oder 150° (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Eier, Quark und Backpulver mit dem Handmixer glattrühren.

Eier, Quark und Backpulver

Die trockenen Zutaten zur Ei-Quark-Masse hinzugeben und zügig unterrühren. Nur kurz, denn der klebrige Teig wird sonst schnell fest und schlecht verstreichbar. Den Teig in die Backformen geben und mit der Rückseite eines Esslöffels oder dem Teigschaber (immer wieder mit Wasser nass machen), die Oberfläche glatt streichen.

Teig in die Backformen füllen und glatt streichen

Die Backformen für 1:45 Std. in den Backofen geben.

Anschließend die Brote aus der Form nehmen und wieder auf den Rost in den Backofen legen, um sie mit der Restwärme 1-2 Stunden nachzutrocknen. Dabei unbedingt einen Holzlöffel o.ä. zwischen die Tür klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Die Brote vor dem Anschneiden vollständig, am besten über Nacht, auskühlen lassen.

Brote auf einem Rost zum Auskühlen

Rezept ausdrucken: brot_ohne_getreide_lowcarb_vegetarisch


Letzte Aktualisierung am 21.09.2020 / *Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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2 Kommentare

  • Steven

    Guten Morgen,
    Hört sich alles gut an.
    Was kosten die Zutaten für 1 Brot.?
    Da ich mir die Zeit für das Backen nicht nehmen will, habe ich die Preise bei Bäcker verglichen.
    7 Eur und mehr für 400 Gramm sind kein Problem.
    Ist das im Vergleich zum Materialeinsatz gerechtfertigt?
    Lieben Gruß
    Steven

    • Hallo Steven,
      wir kommen auf ca. 7,00 Euro für ein 850g Brot und das bei Verwendung von fast ausschließlich Bioprodukten.
      In der Bäckerei würdest Du für ein Brot dieser Qualität (wenn es das überhaupt gäbe) das Doppelte (oder mehr) bezahlen, obwohl das Material (die Zutaten) dort viel günstiger als Palettenweise/in Großgebinden eingekauft wird. Dabei ist der Materialeinsatz ja nur ein Punkt der Kostenkalkulation für die Bäckerei. Du zahlst ja mit dem Brotpreis auch die Miete, Maschinen, Löhne, Werbung…. und natürlich auch einen nicht unerheblichen Gewinn für den Hersteller ;-).
      Schöne Grüße
      Eva

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